Workshop 02.02.2007, Heidelberg

Am 2. Februar 2007 fand in Heidelberg ein gemeinsamer Workshop unseres Arbeitskreises Traceability/Evolution (FG Objektorientierte Softwareentwicklung OOSE) und der GI-Fachgruppe (GI-FG) Requirements Engineering statt.

 

Ergebnisse der Diskussion 

Für eine Reihe wichtiger Begriffe wurde eine Begriffsklärung vorgestellt und diskutiert (siehe Workshop-Beiträge). Dabei ging es darum, ein gemeinsames Verständnis für die Begriffe zu entwickeln und die unterschiedlichen Aspekte von Traceability in den verschiedenen Domänen, Entwicklungsphasen und Projekttypen zu untersuchen. Es wurde eine Reihe offener Fragen zusammengestellt und priorisiert, die in zwei Gruppen bearbeitet wurde. 

 

1. Nutzen von Traceability

Unter diesem Thema wurden Aspekte des Verhältnisses von Aufwand und Nutzen der Anwendung von Traceability-Links untersucht. 

  • Nutzen der Traceability in Abhängigkeit von Prozess und Reifegrad
  • Entwicklungsphasen - Welche Qualität der Trace
  • Informationen werden benötigt 

 

2. Erstellung, Pflege und Aufrechterhaltung 

Unter diesem Thema wurden verschiedene Aspekte der Integritätsbedingungen von Links untersucht. 

  • Gewinnung, Pflege und Aufrechterhaltung von Trace-Information 
  • Zusammenhang zwischen horizontaler und vertikaler Traceability 
  • Bezug zu Entwicklungsmethoden, wie z.B. Objektorientierter Entwurf 
  • Integritätsbedingungen (Konsistenz + Vollständigkeit) 

 

 Ausgangsinformationen vom vorangegangenen Treffen der Gruppe: 

  • Traceability-Links sind meist Träger von Engineering-Entscheidungen 
  • Integritätsbedingungen kommen aus Methoden z.B. Entwurfsmethoden, Testmethoden 
  • Integritätsbedingungen beziehen sich auf Definitionen der Syntax (wenige, formal) oder auf die Semantik von Links (viele, halbformal) 

 

Diskussionsergebnisse: 

  • Integritätsbedingungen stellen surjektive Abbildung dar, z.B. Anforderungen <-> Analyse 
  • Verlinkung erfolgt über Entstehungsreihenfolge Motivation der Traceability-Links: in erster Linie für Impact Analyse 
  • Vorgehensmodell gibt Phasen, Artefakte, ... vor; sinnvoller Weise auch TraceabilityLinks bzw. Link-Typen 

 

Ein Beitrag aus dieser Gruppe liegt als Paper vor und wird zusammen mit diesem Bericht publiziert (siehe folgende Seiten): Robert Brcina: Arbeiten zur Verfolgbarkeit und Aspekte des Verfolgbarkeitsprozesses                  

 

Weitere offene Fragen wurden zwar benannt und zu zwei Clustern zusammengefasst, aber nicht von einer Gruppe bearbeitet: 

 

3. Werkzeuge 

  • Traceability in der Tool-Kette, z.B. Tools und Bus vs. Repository 
  • Integritätsbedingungen (Konsistenz + Vollständigkeit) 

 

4. Nachvollziehbarkeitsmodelle 

  • Typen von Artefakt-Link-Konstrukten, 
  • abhängig von Vorgehensmodell, Projektspezifika, Unternehmen
  • abhängig vom Nutzen (szenarioartige Beschreibung?) 
  • abhängig von Domäne: Automotive, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Informationssysteme vs. Eingebettete Systeme 

Teilnehmer 

Adersberger; Josef; Friedrich-AlexanderUniversität Erlangen-Nürnberg
Brcina; Robert; IT-Designers GmbH
Decker; Björn; Fraunhofer IESE
Eichberg; Michael; TU Darmstadt
Eisenbarth; Michael; Fraunhofer IESE
Geisberger; Eva; TU München
Goeken; Matthias; HfB - Business School
Herstenstein; Andreas ; GIS mbH Produktentwicklung
Köller; Ralf; Robert Bosch GmbH, GS/EMP
Kop; Christian; Universität Klagenfurt
Kreische; David; imbus AG
Mäder; Patrick; TU Ilmenau
Paech; Barbara; Universitat Heidelberg
Pohl; Christoph; SAP Research Karlsruhe
Reich; Johannes; SAP AG
Reiß; Thomas; Audi AG
Riebisch; Matthias; TU Ilmenau
Rückert; Jürgen ; Universitat Heidelberg
Roßner; Thomas; imbus AG
Schwarz; Hannes; Uni Koblenz-Landau
Wenzel; Sven; Universität Siegen
Weyer; Thorsten; Universität Duisburg-Essen

 

Vereinbarung über weitere Arbeit der Teilnehmer bis zum nächsten Treffen: 

 

Für die Vorbereitung des nächsten Treffens wurde die Bearbeitung folgender Fragestellungen vereinbart: 

  • Was muss erfüllt sein, dass ein Link / eine Gruppe von Links konsistent ist?
  • Was ist der Inhalt einer Konsistenzbedingung? Muster einer Konsistenzbedingung? 
  • Welche Konsistenzbedingungen stammen aus einem Methoden-unabhängigen Vorgehensmodell? z.B. V-Modell XT 
  • Wie geht man mit einem Methodenmix um? Gibt es Konsistenzbedingungen für Methodenmix? 
  • Erfassung konkreter Konsistenzbedingungen zu exemplarischen Methoden, z.B.: Jacobson, Coad/Yourdon, Refactoring, CRC-Karten, Fusion 
  • Welcher Nutzen wird in den verschiedenen Unternehmen in Traceability gesehen? Wie wird gegenüber dem Management bezüglich Traceability argumentiert? 

 

 

Es wurde vereinbart, dass diese Fragestellungen vorab von den verschiedenen Teilnehmer bearbeitet werden. 

 

Nächstes Treffen: 
11.05.2007; TU München
Ziele: Diskussion der offenen Fragen und Zusammenführen der Sichten der einzelnen Teilnehmer, u.a. Aspekte der Formalisierung und Speicherung von Traceability-Links.


Auch hier als PDF: der obige Bericht inkl. Ablauf.